Stellungnahme der KODA-Mitarbeiterseite zur Kampagne #OutInChurch

PRESSEMITTEILUNG

11.02.2022
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Stellungnahme zur Änderung der „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“
Am 24. Januar 2022 haben sich 125 Mitarbeitende der katholischen Kirche in Deutschland, die in queeren Lebensformen leben und sich dazu bekennen, mit einem Manifest „#OutInChurch – Für eine Kirche ohne Angst“ an die Öffentlichkeit gewendet. Diese Initiative nehmen wir mit Hochachtung wahr und nehmen uns des Themas an. Zugleich positionieren wir uns aus unserer eigenen christlichen Sendung und Verantwortung heraus für unsere katholische Kirche zu dieser drängenden Frage.
In der Sorge um die Glaubwürdigkeit des sogenannten „Dritten Weges“ der Kirchen, an dem wir mitwirken, sehen wir die derzeit noch geltenden Anforderungen an den persönlichen Lebensstil der Mitarbeiter*innen, wie sie in der „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“ beschrieben werden, als große Hürde für einen glaubwürdigen Dritten Weg.
Die Wahrung und Verwirklichung des spezifisch kirchlichen Profils von Pfarreien, Diensten und Einrichtungen liegt in der besonderen Verantwortung der entsprechenden Leitungen und Träger. In der „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse” wird dagegen derzeit die Frage der Glaubwürdigkeit der Kirche auf Loyalitätsobliegenheiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enggeführt.
Viele mitunter hoch identifizierte und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erlebten und erleben die Kirche als unbarmherzig und lieblos ihnen gegenüber, wenn ihre persönliche Lebensführung nicht der traditionellen katholischen Lehre entspricht. Das ist zum Beispiel bei zivilen Eheschließungen, die kirchenrechtlich nicht anerkannt sind, oder bei zivilen Eheschließungen mit gleichgeschlechtlichen Partnerinnen oder Partnern der Fall. Die zentrale Botschaft der Kirche besteht aber in der Liebe Gottes zu den Menschen. Dann kann es nicht sein, dass eine von Liebe und gegenseitiger Achtung getragene Paarbeziehung als Hindernis für ein Engagement innerhalb der Kirche verurteilt wird. Die Mitarbeiterseite der Regional-KODA Osnabrück/Vechta unterstützt daher die durch die dritte Synodalversammlung des Synodalen Weges der Katholischen Kirche in Deutschland mit einer breiten Mehrheit ausgesprochene Aufforderung an die Bischofskonferenz, die Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse entsprechend zu ändern.[1] Entscheidungen für eine gesetzlich geregelte oder nicht verbotene Partnerschaftsform dürfen nicht mehr als Verstöße gegen Loyalitätsobliegenheiten gefasst werden und eine Einstellung in den kirchlichen Dienst verhindern bzw. eine Beendigung eines bestehenden Arbeitsverhältnisses herbeiführen. Der persönliche Familienstand darf keine Relevanz für die Anstellung oder Weiterbeschäftigung im kirchlichen Dienst oder für die Erteilung der „Missio Canonica“ haben.
Die Regional-KODA Osnabrück/Vechta ist die kirchliche Tarifkommission des Offizialatsbezirkes Oldenburg und des Bistums Osnabrück. Ihr gehören jeweils elf Vertreterinnen und Vertreter der Mitarbeiter- und der Dienstgeberseite an. Sie beschließt Normen, die Inhalt, Abschluss und Beendigung von Arbeitsverhältnissen im kirchlichen Bereich regeln.

Regional-KODA Osnabrück/Vechta
Peter Klösener, Sprecher der Mitarbeiterseite
c/o Kath. LandvolkHochschule Oesede
Gartbrink 5
49124 Georgsmarienhütte
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